在光之后,媒体装置,两个影像机,四个声音源,2004   Hinters Licht, Videoinstallation,2 Videokanäle, 4 Audiokanäle, 2004
     

转动的光带
构成归同作品的基础是图像和声音,它们给予了展览空间一个崭新的意义。这个(最初在艾森展出的)作品里最引入注意的是运动着的白色长条,它们不断转动着,闪烁着,交错覆盖在墙面和柱子上。给人的第一印象是象激光射线或是光剑在相互争斗,就象流行的乔治 路卡斯(Georg Lucas)的太空科幻小说里所描写到的一样。再仔细看去,
这些不停运动交错,似乎把整个黑暗空间变得活跃起来的亮条竟然是拍摄下来的日光灯的录像影像。近一步专心研究就会发现灯管两端点和灯座。这一作品重点不在於突出对最新媒体技术的应用,而是那简单亲切的老管灯的录像图像。归同用这些从天花板上排摄的日光灯管编辑出一个抽象光网。他用乏味的日常物体,通过重复交错转动使其变为让人迷惑的光线游戏。
音乐再现
人们在看到这些时刻不停旋转的图像的同时,听到的是连续的清脆的微妙的近似于玻璃撞击的声响。这声音不是很大但很清晰,作为刚才所说的影像的背景声音效果出现。不难想象,这声音是跟图像有关联的,至少是作为补充或配乐出现的。仔细听才会察觉,这声音是开日光灯开关那一瞬间发出的声响。人们听到连续的象“PING-PING-PING”的声音给顺墙面滑动的光条以音像辅助。归同把这在开启日光灯那一刻的声音制作成有节奏的持续的音乐。它为同时看到的交错的光影编织了一个声音的地毯。两者被自然而然地同时接受,并互相扶持。完全可以把人们这里听到的称为“音乐再现” -用以特殊方式取样于生活中的声响,予以演变成为全新的音乐。这里所谓的音乐 不是吸引人的而且能被再次认出的旋律,而是为突出强调与视觉感受之间联系的背景节奏。单个的装饰音被不同循环性地重复着的节奏所控制。
就这样,听觉冲击和视觉图像,两种形式却紧密联系,相互影响,默契配合,组成了统一的艺术整体。

皮特 浮瑞泽 (Peter Friese)
鲁尔艺术协会,艾森 2004

 

Rotierende Röhren. Die Grundlagen für Guitons Essener Arbeit bilden Bilder und Klänge, welche den Ausstellungsraum komplett neu definieren. Die auffälligsten Elemente dabei sind bewegte Projektionen von langen weißen Linien, die wie ein permanent rotierendes leuchtendes Geflecht die Wände und die beiden Pfeiler des Raumes bedecken. Es sieht auf den ersten Blick so aus, als stritten hier Laserstrahlen oder gar „Lichtschwerter“ mit- und gegeneinander, wie man sie etwa aus einem populären Weltraummärchen von George Lucas zu kennen glaubt. Doch bei genauerem Hinsehen erweisen sich die hellen Streifen als Videoprojektionen von langen Neonröhren, welche in ständiger Rotation und gegenseitiger Überlagerung den ansonsten ganz dunkel belassenen Raum in regelrechte Bewegung versetzen. Bei etwas Aufmerksamkeit lassen sich die Enden und auch die Fassungen der Leuchtkörper ausmachen. Es geht also nicht um den Einsatz allerneuester Medientechnologien, sondern um Aufnahmen der guten alten Neonröhre. Doch Guiton komponiert aus den Bildern der vorher von der Decke des Raumes aufgenommenen Leuchtkörper ein abstraktes Geflecht, er verwandelt die an sich banalen Alltagsgegenstände durch Dopplung und Überlagerung in ein bewegt rotierendes bisweilen auch irritierendes Mikado.

„musique concrete“. Zusammen mit diesen rastlosen Bildern vernimmt man in Permanenz helle, feine, beinahe gläserne Töne. Diese nicht sehr laute, aber doch deutlich vernehmbare Klangkulisse bildet den akustischen Hintergrund für die besagten Videoprojektionen. Es wird von vornherein sinnfällig, dass diese Klänge etwas mit den Videobildern zu tun haben müssen, dass sie sie zumindest ergänzen oder gleichsam „untermalen“. Und bei genauerem Hinhören wird man gewahr, dass man es hier mit denjenigen Tönen, welche beim Startvorgang einer Neonröhre entstehen, zu tun hat. Lautmalerisch ausgedrückt vernimmt man also ein permanentes „Ping-ping-ping“, das die über die Wände huschenden hellen Streifen akustisch unterstützt. Guiton verdichtet die beim Schaltvorgang allenfalls einige Sekunden zu hörenden Geräusche zu einem andauernden rhythmischen Konzert. Parallel zum sichtbaren Geflecht der einander kreuzenden und überlagernden Lichtprojektionen hat er also einen akustisch verwobenen Klangteppich entworfen. Beides wird naturgemäß zusammen wahrgenommen und hat auch einen konkreten Bezug zueinander. Man könnte das, was man hört, als eine „musique concrete“ bezeichnen, eine Musik, welche aus im Alltag gefundenen, in besonderer Weise gesampelten und schließlich zu etwas Neuem „komponierten“ Klängen besteht. Und hier ist es nicht etwa eine erkennbare Melodie, die sich nachhaltig bemerkbar macht, sondern eindeutig der Rhythmus der immer wiederkehrenden Startertöne, welcher das akustisch Vernehmbare bestimmt und zugleich eine plausible Verbindung zum Sichtbaren aufweist. „Das Klanggewand wird von unterschiedlich repetitiv verlaufenden rhythmischen Zeitstrecken dominiert. Dieses Klanggewand steht immer in Relation zum Bildkörper - beide formen und beeinflussen sich gegenseitig und die Bedeutung des Ganzen baut auf diesem jeweils spezifischen Zusammenspiel auf .

Peter Friese
In Katalog “Jean-François Guiton”, Kunstverein Ruhr, Essen 2004